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PROJEKTTAG

 

Projekttag Schule ohne Rassismus am 21.09.2007:
Mahnmal und Ausstellungsort Alte Synagoge in Essen

 

Die Jahrgangsstufe 11 in Begleitung von B. Schöler besuchte am Tag „Schule ohne
Rassismus“ Essens Alte Synagoge. Am Beispiel der Synagoge sind Vergangenheit und
Gegenwart eng miteinander verwoben. Die jetzige Aufgabenstellung als Gedenkstätte
und als politisch-historisches Dokumentationsforum ist das Ergebnis eines langen und
keineswegs geradlinigen Lernprozesses nach Ende des NS-Systems 1945. Am 25.
September 1913 wurde die heutige Alte Synagoge als „Neue Synagoge" der Essener jüdischen Gemeinde eingeweiht. Sie blieb es bis zum 9. November 1938. Nach 1945 stand sie lange Zeit als mahnende Ruine im Zentrum der Stadt. Aber hier wie andernorts wurde die Mahnung zunächst kaum wahrgenommen.
Heute ist die Alte Synagoge ein Ort der Erinnerung. Dazu gehören die zwei besuchten Dauerausstellungen „Stationen jüdischen Lebens. Von der Emanzipation bis zur Gegenwart" und „Verfolgung und Widerstand in Essen 1933-1945" .

Die Alte Synagoge Ende der zwanziger Jahre und

 

 

 

Heute:
Neben der engagierten und interessanten Führung durch die Synagoge beschäftigten sich die Schüler mit dem Projekt „Schere im Kopf“:
In der öffentlichen Meinung der Bundesrepublik Deutschland werden interkulturelle Konflikte sehr schnell mit dem Verdikt der Fremden- bzw. Ausländerfeindlichkeit tabuiert. Dadurch wird die Wahrnehmung berechtigter wie unberechtigter Ängste und Unsicherheiten bei allen Bevölkerungsgruppen unterdrückt; entsprechende Äußerungen werden vorschnell als rechtsradikale Ansichten verstanden und abgewehrt. Eine öffentliche politische Diskussion über den entstandenen und sich verstärkenden Konflikt im Zusammenleben der deutschen Mehrheitsgesellschaft mit zahlreichen Minderheiten aus verschiedenen Staaten, Völkern und Kulturen unterbleibt, wird vermieden oder gar unterbunden.
Wenn verschiedene Kulturen in einem Land aufeinanderstoßen, entstehen Probleme, die nicht automatisch Ausdruck von Fremdenfeindlichkeit sind. Dieses Projekt versucht, die kollektiven Vermeidungsstrategien gegenüber der Wahrnehmung interkultureller Konflikte in der Gesellschaft aufzudecken.
Der mit einem Oscar ausgezeichnete Kurzfilm „Schwarzfahrer" (1992) steht im Mittelpunkt der Auseinandersetzung, um die eigene „SCHERE IM KOPF" wahrnehmen zu können. Der Film ruft bei den meisten Zuschauerinnen und Zuschauern ein hohes Maß an Zustimmung hervor, ohne dass die Filmhandlung kritisch hinterfragt wird.
Im folgenden Projekt setzen sich die Teilnehmenden kritisch mit diesem Kurzfilm auseinander, um auf diesem Weg erfassen zu können, dass seine Botschaft sowohl demokratischen Grundprinzipien widerspricht als auch kontraproduktiv für das Ziel ist, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit bekämpfen zu wollen.
Im Anschluss blieb des sehr interessanten Projektes blieb noch Zeit, den Zusammenhang zwischen Thematik, Methode und dem Lernort „Alte Synagoge Essen“ herauszustellen.